Zwischen dem 7. und 8. Juni 2026 setzt Aaron Durogati einen neuen Hike & Fly Weltrekord: 19.424 Höhenmeter im Aufstieg in 23 Stunden, 42 Minuten und 32 Sekunden.
Die Idee klingt einfach: zu Fuß hinaufsteigen, starten, im Gleitschirm hinabfliegen, wiederholen. In der Realität ist es ein permanentes Gleichgewicht aus Ausdauer, Zeitgefühl, Bergverständnis und Entscheidungen unter zunehmender Ermüdung.
Austragungsort ist der Monte Slogen in Norwegen, oberhalb des Norangsfjords. Eine bewusste Wahl: lange Tageslichtphasen, stabile Bedingungen und eine klare Linie, die Tal und Gipfel auf 2,57 Kilometern verbindet – mit rund 1.080 Höhenmetern pro Aufstieg.
Auf dieser Linie entsteht die gesamte Leistung. Achtzehn identische Zyklen, immer wieder. Jeder beginnt mit dem Aufstieg vom Fjord und endet mit der Rückkehr ins Tal im Flug.
Im Schnitt entspricht das 900 Höhenmetern pro Stunde.
Mehr als 100 Kilometer zu Fuß und in der Luft.
Über 21 Stunden im Aufstieg.
Eine maximale Fluggeschwindigkeit von 86 km/h.
Am Ende übertrifft Aaron den bisherigen Rekord um 1.890 Höhenmeter.
Die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Der eigentliche Wert liegt jenseits der Statistik.
Hike & Fly bedeutet, sich effizient im Gebirge zu bewegen – den menschlichen Aufstieg mit der Freiheit des Fliegens zu verbinden. Eine Disziplin, die Geduld, Urteilskraft und Konstanz ebenso belohnt wie körperliche Stärke. Jeder Übergang zählt. Jeder Start zählt. Jede Entscheidung zählt.
Hinter diesem Ergebnis steht eine lange Vorbereitungsphase: körperliches Training, Feinschliff der Ausrüstung und wiederholte Tests im alpinen Gelände. Im Hike & Fly entsteht Leistung aus kleinen Details – eingesparten Sekunden, optimierten Bewegungen, immer wieder korrekt getroffenen Entscheidungen.
Vom ersten Aufstieg bis zum letzten Flug verlangte die Herausforderung volle Konzentration auf die Strecke – wiederholt in einem langen arktischen Tag, meist im Licht, zeitweise nur noch im Schein der Stirnlampe.
„Es gab ein paar schwierige Momente: Schon nach 4000–5000 Höhenmetern war ich sehr müde, vor allem mit dem Gedanken an die noch verbleibenden 20 Stunden. Ich habe versucht, mich wirklich auf jede Runde, jeden Schritt zu konzentrieren. In der Nacht, als es dunkel wurde und auch etwas geregnet hat, war es hart. Aber ich hatte ein sehr gutes Team, das mich durchgehend motiviert hat.“ Aaron Durogati