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Interview mit Thomas Friedrich – Vorbereitung auf die X-Alps

#ATHLETESTORY

Es ist ein gutes Jahr für Tommy Friedrich. Wegen Corona finden zwar nur wenige Rennen statt, doch er arbeitet hart und blickt nach vorn. Bei der diesjährigen Eigertour hat er mit einem geteilten 3. Platz ein beeindruckendes Ergebnis erzielt. Nach dem Hike&Fly-Rennen konnten wir ihm einige Fragen stellen.

Wie trainierst du im Moment?
Ich mache viele Streckenflüge und ich arbeite an meiner Kondition. Um meine Ausdauer zu steigern, trainiere ich an 5 bis 6 Tagen in der Woche: Ich laufe, fahre Rennrad und wandere mit meinem Gleitschirm. Vor dem Corona-Shutdown habe ich mir einen Rollentrainer zugelegt. Das war gutes Timing, aber ich fahre trotzdem lieber draußen. Im Moment trainiere ich wahrscheinlich etwa 50 % zu Fuß und 50 % auf meinem Rennrad. Außerdem mache ich Intervalltraining und nutze immer einen Pulsmesser. Es hängt jedoch vom Wetter ab. Wenn die Bedingungen gut sind, versuche ich so viele Stunden wie möglich an der frischen Luft zu sein. Im Winter halte ich mich mit Skitourengehen fit.

Mit wem trainierst du?
Ich mag es, mit Freunden zu trainieren – das ist gut für die Motivation. Mein Trainingspartner ist mein Freund und Salewa-Teamkollege Simon Oberrauner, den ich beim letzten Red Bull-Rennen unterstützt habe. Allerdings trainiere ich auch viel allein, ich mag die Stille.

Tommy, du hast einmal gesagt, die Teilnahme an den Red Bull X-Alps sei dein größter Traum. Jetzt hoffst du auf einen Platz für 2021. Wie blickst du dem Rennen im nächsten Jahr entgegen?
Ja, genau. Die Teilnehmer werden Ende August bekannt gegeben. Die X-Alps sind das größte Hike&Fly-Rennen überhaupt. Es gibt nichts Vergleichbares, also bin ich auf jeden Fall nervös. Bei dem Rennen spielen so viele verschiedene taktische Faktoren eine Rolle, zum Beispiel wie du die Wetterbedingungen einschätzt und welche Startpunkte du wählst. Man weiß einfach nie, ob es klappen wird.

Was inspiriert dich momentan am meisten?
Für mich ist es definitiv eine Inspirationsquelle, Menschen kennen zu lernen und an neuen Orten zu fliegen. Ich bin ein großer Fan von Kílian Jornet. Sehr gerne komme ich zum Fliegen in die Dolomiten, besonders im Herbst. Sie sind eine großartige Spielwiese! Und ich hatte vor Kurzem das Glück, nach Chamonix reisen zu können. Wir sind am Mont Blanc in 3800 Meter Höhe gewandert und dann zurück ins Tal geflogen – das war cool. Praktischerweise waren wir durch einige vorherige Touren schon akklimatisiert.

Wie sieht es mit Wettkämpfen aus?
Die Eigertour ist gut gelaufen. Ich hatte viele schöne Momente, obwohl die Bedingungen an einigen Stellen eine echte Herausforderung waren – ich habe meinen Gleitschirm unzählige Male ein- und wieder ausgepackt. Als Nächstes freue ich mich sehr auf das 7-tägige Dolomiti Superfly-Rennen. Anschließend kommen die Team-Wettkämpfe wie der Dolomitenmann in Lienz und das Rise&Fall in Mayrhofen.

Wo fliegst du am liebsten?
Am liebsten fliege ich am Schöckl. Das ist ein Berg in Österreich, etwa 15 Kilometer nördlich von Graz, wo ich aufgewachsen bin. Das Gebiet ist quasi mein Hinterhof. In Österreich sagen wir „dahoam is holt dahoam“.

Was ist zurzeit dein Lieblingsflügel?
ch fliege mit einem ultraleichten High-Performance-Gleitschirm der Klasse EN-D, dem Skywalk X-Alps4.

Thomas Friedrich

Gibt es darüber hinaus Ausrüstung, auf die du in den Bergen besonders Wert legst?
Ich bin ein ziemlicher Ausrüstungsfanatiker und habe gern gute Ausrüstung, die möglichst leicht ist. Meine Lieblingsjacke ist aktuell die Pedroc TirolWool® Responsive® Jacke. Sie ist warm, äußerst leicht und kompakt verstaubar. Der Pedroc Polartec® Power Grid™ Full-Zip Hoody eignet sich sehr gut als Midlayer – obwohl ich ihn manchmal auch direkt auf der Haut trage, so bequem ist er. Außerdem habe ich immer eine dünne Mütze dabei, die unter meinen Helm passt. Mein Lieblingsrucksack ist definitiv der SALEWA Hike X-Alps Rucksack, designt von Paul Guschlbauer.

Wie schwer ist dein Rucksack?
Wenn ich trainiere, wiegt mein Rucksack mit Flügel und Kleidung ca. 7 Kilo. Beim X-Alps ist eine bestimmte Sicherheitsausrüstung Pflicht, dann wiegt der Rucksack um die 10 Kilo.

Welche Verpflegung hast du in den Bergen dabei?
Ich nehme normalerweise Riegel und Gels mit, aber wenn ich länger unterwegs bin, koche ich auch gern oder ich koche zu Hause etwas vor. Meistens Pasta. Ich liebe Pasta!

Welchen Schuh bevorzugst du für Hike&Fly?
Mein Lieblingsschuh ist der Ultra Train. Er ist leicht, aber gut gepolstert und er gibt dem Fuß Halt.

Welche Rolle spielt für dich das Risikomanagement?
Wie bei vielen Outdoor-Sportarten spielt dies auch beim Gleitschirmfliegen eine große Rolle. Denn es ist ein schmaler Grat, ob man alles gibt, um besser zu werden – oder ob man zu weit geht.

Wie gehst du mit Angst um?
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, Angst zu erkennen. So merkst du, dass du zu weit gehst. Aber zu viel Angst beeinträchtigt die Konzentration. In einer schwierigen Situation in der Luft ist daher kein Platz für Angst. Du musst dich dann einfach konzentrieren. Es ist besser, die Situation hinterher zu rekapitulieren und zu überlegen, was du falsch gemacht hast.

Welche Rolle spielt deine Familie?
Meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie steht immer hinter mir, und das gibt mir viel Kraft und Energie.

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