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WAS ZEICHNET GUTE TREKKING SCHUHE AUS?

1. So wählst du die richtigen Trekkingschuhe

Dein Wanderschuh ist wohl die wichtigste Ausrüstung, die du dir zulegst. Welche Trekking-Schuhe die richtigen für dich sind, hängt davon ab, wofür du sie genau brauchst. Leichte Schuhe mit niedrigem Schaft sind ideal für viele Aktivitäten wie Zustiege, Speed Hiking und einfache Tageswanderungen. Wenn du jedoch einen schweren Rucksack auf rauem und unebenem Gelände trägst, ist es sinnvoll, einen Schuh zu wählen, der mehr Halt bietet: einen Wanderstiefel mit halbhohem oder hohem Schaft etwa. Die Leistung auf technischem Untergrund sollte ebenfalls berücksichtigt werden – besonders wenn du planst, auf Klettersteigen zu klettern.
In den Bergen brauchst du einen Stiefel oder Schuh, der auf langen Strecken bequem ist und deine Füße schützt. Er muss robust, wasserdicht und auch leicht sein. Im Allgemeinen empfehlen wir dir, dass du den leichtesten und bequemsten Schuh wählst, der den nötigen Halt und die Stabilität für deinen geplanten Wander- oder Trekkingstil bietet und für das entsprechende Gelände geeignet ist. Aber egal, wofür du dich entscheidest: Am wichtigsten ist, dass dein Schuh perfekt passt.

2. Warum solltest du Wanderschuhe tragen?

Bedenke dein Fitness-Level und deine Wandererfahrung. Überlege, wie stark deine Knöchel und Füße sind. Wie wichtig ist Knöchelstabilität oder Halt am Fuß für dich? Hast du Angst, dass du dir den Knöchel verstauchen könntest, oder hattest du schon einmal eine Verletzung? Dann solltest du nach einem stabileren Schuh suchen, der dir Halt bietet. Trekkingschuhe bieten Fuß und Knöchel besseren Schutz auf unebenen, steinigen Strecken. Sie haben meistens einen halbhohen oder hohen Schaft sowie eine steifere Innensohle (nicht zu verwechseln mit dem Fußbett). Der hohe Schaft schützt deine Füße außerdem vor Schlamm, Regen oder Matsch, während die meist dickere, besser schützende Sohle verhindert, dass du die Steine unter deinen Füßen spürst.

3. Möchtest du mehr Halt oder mehr Flexibilität?

Moderne alpine Wanderschuhe aus Leder haben kaum noch etwas mit den großen, schweren, alten Stiefeln gemein, die von den vorhergehenden Bergsteigergenerationen getragen wurden. Sie bieten denselben Schutz und dieselbe Stabilität, aber mit einer präziseren und bequemeren Passform sowie mehr Flexibilität – und das alles bei einem wesentlich geringeren Gewicht. Viele unserer höher geschnittenen Trekkingstiefel zeichnen sich durch einen Flex Collar aus, der für mehr Beweglichkeit im hinteren Knöchelbereich sowie für Komfort und zusätzlichen Halt beim Abstieg sorgt.

4. Was zeichnet einen guten Trekkingschuh aus und was sind seine Bestandteile?

Um zu verstehen, wann Hiking-Schuhe und wann Trekking-Schuhe sinnvoll sind, ist es wichtig, etwas über ihre Bestandteile zu erfahren.

  • Obermaterial: Das ist der Teil des Schuhs, der die Seiten sowie die Oberseite des Fußes bedeckt, einschließlich der Zehen und der Ferse. Wir verwenden für unser Obermaterial hochwertiges Nubuk- und Veloursleder sowie ausgesprochen strapazierfähige, leichte Synthetikmaterialien.

  • Verstärkung: Wir verwenden zusätzliches Material, das das Obermaterial ergänzt, um es robuster zu machen und die Passform zu erhalten. Alle Salewa Schuhe für alpines Trekking sind mit dem patentierten 3F-System konstruiert, das den Spannbereich mit Sohle und Ferse verbindet und so Flexibilität sowie festen Halt garantiert. Wir verwenden außerdem eine EXA Shell-Ummantelung, die sich um die Fußoberseite legt und vor Abrieb schützt.

  • Rand: Der Rand ist ein Streifen aus Gummi oder PU beschichtetem Leder, der den unteren Teil des Obermaterials vor Steinen und Schutt schützt.

  • Leisten: Alle hochwertigen Schuhe werden mithilfe eines „Leisten“ gefertigt, ein Modell des Fußes. Dann wird der Schuh „eingeleistet“, das heißt, dass er darum geformt und konstruiert wird. Dadurch erhält der Stiefel oder Schuh seine markante Passform und Eigenschaften. Leisten werden für spezifische Aktivitäten für Herren und Damen entworfen. Natürlich gibt es auch damenspezifische Leisten zur Fertigung von Trekkingschuhen für Damen.

  • Innensohle: Die Innensohle (nicht zu verwechseln mit dem Fußbett) ist eine verdeckte Schicht im Schuh, über der Zwischensohle und der Sohleneinheit. Sie ist der Grundstein für die Konstruktion des Schuhs und hat dieselbe Größe und Form wie die Unterseite des Leistens, über dem während der Fertigung das Obermaterial geformt wird.

  • Zwischensohle: Die Zwischensohle ist der Teil der Sohleneinheit, der sich zwischen der Außensohle und dem Obermaterial befindet. Sie bietet Polsterung und wirkt stoßdämpfend. Zusammen mit der Innensohle bestimmt sie die Steifheit. Steife Schuhe klingen vielleicht unbequem, aber in Wirklichkeit bieten sie bei langen Trekkingtouren auf felsigem, unebenem Gelände höheren Komfort, mehr Stabilität und bessere Präzision beim Klettern.
    Zwischensohlen werden aus Nylon oder EVA (Ethylenvinylacetat) gefertigt. Nylon ist insgesamt fester und robuster und daher ideal für Aktivitäten in den Bergen geeignet. EVA ist etwas leichter und bietet eine ausgezeichnete Polsterung. Manche Modelle für alpines Trekking zeichnen sich durch spezielle Zwischensohlen aus, die mit einer ergonomischen Form, lang anhaltender Polsterung und hervorragender Stoßdämpfung für steiles Gelände gefertigt werden.

  • Außensohle: Das ist der äußere Teil der Sohleneinheit, der mit dem Boden in Berührung kommt. Die Außensohle wird mit der Unterseite des Schuhs verklebt. Das Design auf der Sohle (Profilmuster) spielt eine entscheidende Rolle. Die Außensohle unserer Schuhe für alpines Trekking werden von führenden Experten in Sachen Sohlentechnologie gefertigt: Vibram® und Pomoca. Wir verwenden ausschließlich hochwertige Gummimischungen. Ihre Profilmuster verfügen über Kerben, Stollen und Spikes, die ideale Griffigkeit auf Felsen und Schutt sowie optimale Bodenhaftung auf Schlamm und Gras bieten. Beachte: Mit „Griffigkeit“ meinen wir „Reibung“, das heißt, die Fähigkeit, sich an einer Oberfläche „festzuhalten“, während mit „Bodenhaftung“ die Fähigkeit beschrieben wird, auf weicherem Gelände zu greifen, um Ausrutschen oder Schlittern abseits markierter Wege zu verhindern.

  • Profilmuster: Die Anordnung der Stollen beeinflusst die Leistung des Schuhs. Flache, breit geformte Stollen funktionieren dank der größeren Oberfläche zwischen Sohle und Felsen besser auf glattem Untergrund, wie Kalkstein oder Granitplatten. Tiefere Stollen, besonders an Sohlen mit gezackten Außenstollen, greifen besser und bieten stärkere Bodenhaftung auf losem Untergrund wie Schutt, auf weicheren Böden oder sogar Schnee. Wir haben außerdem eine Fersenbremse eingebaut: Eeine klar definierte Kante am hinteren Oberschuh vor dem Vorderfuß, die das Risiko des Ausrutschens bei steilen Abstiegen verringert. Einige unserer Außensohlen für alpines Trekking zeichnen sich außerdem durch ein Klettersteig-Profil mit speziellen, rechtwinkligen Stollen im Mittelfußbereich aus, die dem gesamten Fuß auf Sprossen und Leitern auf Klettersteigen maximale Kraft und Stabilität ermöglichen.

  • Kletterschuh-Schnürsystem: Alle unsere Schuhe für alpines Trekking zeichnen sich durch das Kletterschuh-Schnürsystem aus, das eine präzise Anpassung im Zehenbereich deines Schuhs sowie höhere Präzision auf technischem Gelände ermöglicht.

5. Brauche ich eine wasserdichte Membran für meine Wander- und Trekkingschuhe?

Bei welchem Wetter möchtest du deinen Schuh nutzen? Viele Wander- und Trekkingstiefel sowie Schuhe sind als GORE-TEX® Variante erhältlich. Die wasserdichte und atmungsaktive Membran zwischen dem Obermaterial und dem Innenfutter bietet dauerhaften, zuverlässigen Schutz, hält deine Füße trocken und bietet ihnen optimalen Tragekomfort. GORE-TEX® Membranen trocknen außerdem schnell, wodurch sie die ideale Wahl für mehrtägige alpine Trekkingtouren sowie für nasses Klima und Bergsteigen im Winter sind – besonders wenn es keine Möglichkeit gibt, die Stiefel über Nacht zu trocknen. Wasserdichte, atmungsaktive Membranen erhöhen außerdem die Wärme eines Schuhs bei niedrigen Temperaturen.
Unsere bequemen Lederfutter haben den Vorteil, dass sie sich besser an die Form deines Fußes anpassen. Das vollnarbige Leder garantiert nicht nur ein angenehmes Trageklima sowie hohen Tragekomfort, sondern ist auch ausgesprochen robust. Jedoch sind Lederschuhe ohne Membran nicht gänzlich wasserdicht – da hilft auch die beste Pflege nicht. Leder ist eine gute Wahl für trockenere Bedingungen oder wenn du weißt, dass du die Möglichkeit hast, deine Schuhe über Nacht trocknen zu lassen. Des Weiteren ist die höhere Atmungsaktivität eines Modells ohne Membran bei warmen Temperaturen bequemer und kühler.

6. So findest du die richtige Passform deines alpinen Trekkingschuhs

Trekking- und Wanderschuhe sollten passgenau sitzen, aber nicht reiben. Du brauchst einen gewissen trittsicheren Bodenkontakt sowie Flexibilität und Komfort für die Abstiege.

  • Achte auf die Ferse, um sicherzustellen, dass die Rückseite deines Fußes sicher im Schuh sitzt. Um zu prüfen, ob die Ferse richtig passt, probiere den Schuh zunächst mit offenen Schnürsenkeln an. Wenn er sich an den Seiten weit anfühlt, ist die Ferse zu breit. In der Regel solltest du deinen Zeigefinger gerade so zwischen deine Ferse und die Rückseite des Schuhs stecken können.

  • Haben deine Zehen genug Platz? Zwischen deinen Zehen und der Spitze des Schuhs sollte ein fingerbreiter Abstand sein, sodass du problemlos mit deinen Zehen wackeln kannst. Das ist wichtig bei Abstiegen, denn sonst stoßen deine Zehen vorne im Schuh an.

  • Selbst wenn sich ein Schuh beim Anprobieren bequem anfühlt, solltest du zum Vergleich immer eine halbe Größe größer anprobieren, damit du auf der sicheren Seite bist. Wenn du unsicher bist oder das Gefühl hast, dass du zwischen zwei Größen stehst, solltest du dich für die größere entscheiden. Denke daran: Deine Füße werden während eines langen Wandertags wahrscheinlich etwas anschwellen.

Salewa Schuhe für alpines Trekking sind so konstruiert, dass sie neben Präzision und Halt auf bergigem Gelände auch Komfort auf langen Strecken und eine zu 100 % blasenfreie Passform bieten. Das bedeutet, dass sie nach dem Kauf direkt voll einsatzbereit sind. Es ist aber trotzdem empfehlenswert, dass du sie vor dem Einsatz in den Bergen etwas einträgst.

6.1 Wie und wann du Trekkingschuhe anprobieren solltest

Nimm dir für das Anprobieren von neuen Wanderschuhen Zeit. Die beste Tageszeit ist der Nachmittag, da deine Füße normalerweise im Laufe des Tages etwas anschwellen. Nimm die Socken mit, die du in dem Schuh tragen möchtest. Durch das Tragen deiner eigenen Socken kannst du außerdem die Größe, Passform und das Tragegefühl neuer Schuhe schneller einschätzen. Wenn du orthopädische Einlagen hast, bring auch diese mit. Verbringe so viel Zeit wie möglich im Geschäft: Laufe umher, steige Treppen hinauf und wieder hinunter. Teste den Schuh an einem Gefälle, wenn es die Möglichkeit gibt. Versuche zu imitieren, wie du die Schuhe auch in den Bergen tragen wirst. Natürlich ist es am besten, neue Schuhe in einem Fachgeschäft zu kaufen.

6.2 Perfektioniere die Passform deiner Wanderschuhe

Es lohnt sich, mit der Passform deiner Trekkingschuhe zu experimentieren und an ihr zu feilen. Scheue dich nicht, die Fußbetten deiner Outdoor-Schuhe untereinander auszutauschen, besonders wenn du schmale Füße hast. Experimentiere auch mit deinen Socken. Manche Menschen schwören darauf, eine dünne Socke unter einer dicken Wollsocke zu tragen, um Blasen zu verhindern. Andere tragen lieber eine dünnere Wollsocke in einem eng sitzenden Stiefel. Probiere verschiedene Socken aus, um zu sehen, was für dich am besten funktioniert.
Einige Hersteller bieten spezielle Fußbetten an, mit denen du die Passform deines Schuhs an alle Bedingungen anpassen oder seine Leistung hinsichtlich Polsterung und Feuchtigkeitsmanagement optimieren kannst.

6.3 Trage deine neuen Schuhe ein

Leistungsstarke Trekking-, Bergsteiger- und Wanderschuhe haben in der Regel ein dickeres Obermaterial und eine festere Zwischensohle als einfachere Schuhe oder Traillaufschuhe. Laufe deine neuen Stiefel oder Schuhe ein, bevor du dich mit ihnen auf den Weg machst. Trage sie so oft du kannst, auf dem Weg zur Arbeit zum Beispiel.

6.4 So schnürst du Trekkingschuhe

Wie du deinen Wanderschuh schnürst, kann einen großen Unterschied machen. Oft ist es sinnvoll, die Festigkeit der Schnürung für Auf- und Abstiege anzupassen. Bei Aufstiegen solltest du den Schuh am Vorderfuß fester schnüren, damit die Ferse besseren Halt hat, während er am Mittelfuß etwas lockerer sitzen kann. Schnüre für mehr Sicherheit auf Abstiegen beide Bereiche sehr fest, damit dein Fuß im Schuh nicht rutschen kann.
Salewa Modelle für alpines Trekking mit höherem Schaft zeichnen sich durch ein 3D-Schnürsystem aus, das die Schnürung in zwei Zonen unterteilt. Dies ermöglicht mehr Komfort und Leistung durch eine individuelle Anpassung.

7. Weitere Tipps zu Trekking- und Wanderschuhen

7.1 Pflege und Imprägnierung

Du kannst die Lebensdauer deiner Schuhe verlängern, indem du sie säuberst und schützt. Eine weiche Bürste und warmes Wasser funktionieren am besten. Auf dem Markt ist eine große Auswahl an Pflegeprodukten für Velours-, Nubuk- und vollnarbiges Leder erhältlich. Durch die Verwendung einer Materialpflege zur Beibehaltung der wasserabweisenden Ausrüstung (DWR) von synthetischen Obermaterialien nehmen diese weniger Wasser auf, bleiben atmungsaktiver und trocknen schneller.
Trockne deine nassen Stiefel langsam, wenn du kannst, und wenn möglich nicht direkt in der Sonne. Wenn sie sehr nass sind, stopfe sie mit Papier aus – aber vergiss nicht, dieses mehrmals auszutauschen. Bewahre nasse Schuhe nie in geschlossenen, feuchten Umgebungen wie in einem Plastikbeutel, im Kofferraum oder Keller auf. Und denke daran: Schuhe mögen keine extreme Hitze, also trockne sie nicht neben einem Ofen oder Lagerfeuer. Obermaterial aus Leder trocknet dadurch zu schnell aus, wird hart und brüchig.

7.2 Verwendung im Winter

Die Passform eines Stiefels macht im Winter viel aus. Wenn du in deinem Schuh neben Platz für eine dünnere Socke und eine dicke Bergsocke noch Bewegungsfreiraum für deine Zehen hast, bleiben deine Füße viel wärmer als in einer halben Größe kleiner, in der gerade genug Platz für eine Bergsocke ist. Durch das Tragen von Gamaschen kann das Warmhaltevermögen auf einfache Weise verbessert werden.

7.3 Wanderstiefel neu besohlen

Selbst die besten Trekking- und Wanderschuhe geraten irgendwann an ihre Grenzen. Nach vielen zurückgelegten Kilometern können deine Sohlen Abnutzungserscheinungen aufweisen, während das Obermaterial noch gut in Schuss ist. Die Neubesohlung ist oft eine gute Lösung und ermöglicht dir, das meiste aus deinen Schuhen herauszuholen und zudem Ressourcen zu sparen. Einige Unternehmen bieten auch einen fachkundigen Neubesohlungsservice an.

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