Paul Guschlbauer: Vom Athleten zum Wegbegleiter

Paul Guschlbauer: Vom Athleten zum Wegbegleiter

Ich habe mein halbes Leben dem Fliegen gewidmet.

Siebenmal bin ich beim Red Bull X-Alps gestartet, habe unzählige Stunden in der Luft und in den Bergen verbracht – oft an der Grenze des Machbaren.
Ich bin in einer kleinen Piper Super Cub von Alaska bis nach Patagonien geflogen, habe Projekte rund um die Welt geplant und umgesetzt und meine Träume in die Realität geholt. Doch was ich dabei wirklich gelernt habe, hat wenig mit Sport oder Leistung zu tun. Was ich gelernt habe, ist: Das Leben selbst ist ein Abenteuer. Und zwar eines, für das man nicht erst auf einen Gipfel steigen oder tausend Kilometer fliegen muss.

Von außen extrem – von innen universell

Die Erfahrungen, die ich als Athlet gemacht habe – Entscheidungen in schwierigen Situationen treffen, Vertrauen in den eigenen Weg legen, Flexibilität im Umgang mit Natur und Unsicherheit aufbringen – sind genau die Themen, die Menschen in allen Lebenslagen beschäftigen.
Deshalb habe ich begonnen, mein Wissen und meine Geschichten weiterzugeben: In Vorträgen, in meinem Buch ‘Die Wanderbird Strategie’, das im Herbst 2025 auf den Markt kommt, im Wanderbird Podcast unter dem Motto ‘Find Your Path’ – und in Formaten wie den Wanderbird Hike&Fly Events, bei denen es längst nicht mehr nur um Fliegen geht.
Heute geht es mir darum, Menschen dabei zu helfen, ihren eigenen Rhythmus zu finden, Entscheidungen bewusster zu treffen und sich selbst in der Bewegung – ob im Kopf oder im Gelände – besser zu spüren.

Neue Rollen, neuer Blick

Ich bin mittlerweile Vater von zwei kleinen Kindern – ein Abenteuer für sich. Meine Flexibilität ist nicht mehr groß genug um jede gute Wetterprognose zu nutzen und in der Luft zu sein. Der Kalender ist voll und ein Morgen mit den Kindern kostet oft mehr Energie als ein Biwak auf 2.500 m.
Aber genau darin liegt die Erweiterung: Heute kann ich nicht nur über Freiheit sprechen, ich kann sie auf neue Weise auch am Boden leben. Mit mehr Tiefe, mehr Verbundenheit, manchmal mit mehr Geduld – aber immer noch mit der gleichen Begeisterung.

Was bleibt, ist der Weg

Salewa begleitet mich seit vielen Jahren auf diesem Weg – von den Wettkämpfen bis hin zu meinen heutigen Projekten. Ich bin dankbar, dass ich diesen Weg nicht nur als Athlet gehen konnte, sondern als jemand, der heute weitergeben darf, was er gelernt hat – nicht für den nächsten Weltrekord, sondern für das ganz normale Leben, das oft die größte Herausforderung von allen ist. Und ja – ich fliege immer noch. Nur heute weiß ich besser, was mich trägt.